Umweltschutz: Problemwahrnehmung, Einstellungen und Verhalten im Zeitverlauf

UNIVOX Umwelt 2003 Trendbericht

Autoren: Kurt Bisang, Peter Knoepfel bisang@waho.ethz.ch , IDHEAP Lausanne, Tel. 01/ 694 06 00

Bestellung/Info/ Gesamt-Koordination UNIVOX: Alex Martinovits, amartinovits@gfs-zh.ch, Tel. 01/ 361 51 24

Der Trend-Bericht UNIVOX Umwelt 2003 kommentiert verschiedene Indikatoren zur Unterstützung von Anliegen des Umweltschutzes und zur Bereitschaft zu umweltgerechtem Verhalten.

Die Akzeptanz für den Umweltschutz ist 2003 ungebrochen hoch. So befürworten rund 70% eine Umverteilung von Mitteln der öffentlichen Hand zugunsten des Umweltschutzes, und fast alle sind für behördliche Eingriffe beim Umweltschutz; weniger als 10% haben sich spontan für einen Abbau einzelner Massnahmen ausgesprochen. Im Falle des Bodenschutzes und dem Schutz vor den Gefahren der Gentechnologie scheint sogar eine Mehrheit für einen Ausbau zu sein. Sonst tendieren die Mehrheiten eher zum Status Quo.

Der Anteil, welcher die Risiken der Kernenergie für untragbar hält, erreichte in den letzten Jahren die höchsten Werte seit Beginn der UNIVOX-Erhebungen 1986, und ist höher als nach Tschernobyl; nur 12% der halten die Risiken der Kernergie für tragbar. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die UNIVOX-Fragestellungen keinen direkten Bezug zu den Abstimmungsvorlagen haben und kein direkter Rückschluss gezogen werden kann (sie bilden vorab, wie bei UNIVOX üblich, langfristige Zeitvergleiche ab). Besonders störend empfunden werden Kernkraftwerke (Nennungen gestiegen) und Flughäfen.

Die Stimmberechtigten halten in der Umweltpolitik die Umweltorganisationen immer noch für den glaubwürdigsten Akteur; Parteien, Industrie und Wirtschaftsverbände werden fast nie als glaubwürdigste Akteure der Umweltpolitik genannt. Umweltbewusste Verhaltensweisen und die Bereitschaft für umweltbewusstes Handeln sind weiterhin verbreitet, aber im Vergleich zu den Vorjahren eher rückgängig. Zugenommen hat hingegen die Bereitschaft, selber (umwelt-) politisch aktiv zu werden.

 

Zustimmung zur Aussage "Die Risiken der Kernenergie sind nicht tragbar" 1986-2003